Halali


Nun hat er also doch die Brocken hingeworfen. Christian Wulff hat vor wenigen Minuten seinen Rücktritt vom Präsidentenamt erklärt.

Die Hatz ist vorbei. Wochenlang wurde jedes Steinchen in Wulffs Umgebung umgedreht, ob da nicht irgendein Schmutz drunter verborgen ist. Und oft kam etwas dabei heraus. Viel von dem, was da so hochgekocht wurde, waren doch nur Petitessen. Aber es reichte um Wulffs Weste immer bekleckerter aussehen zu lassen. Und Wulff selbst hat eine Krisenbewältigungsstrategie gefahren, die man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht. So war das Ende abzusehen, allein es kam viel zu spät. Erst dann zurückzutreten, wenn einem die Staatsanwaltschaft an den Hacken klebt, ist – sagen wir mal – unprofessionell.

Jetzt werden wir wieder einmal beobachten können, wie die Parteien um ein Amt schachern. Aber natürlich in einer Art und Weise, wie es der Würde des Amtes gebührt.

Qui bono?


Christian Wulff ist seit Tagen der Mittelpunkt des medialen Interesses und alles andere rückt irgendwie in weite Ferne. Ich habe mich ja auch schon einige Male über die Affäre ausgelassen. Doch eine andere Seite der ganzen Angelegenheit bleibt unausgesprochen oder sie taucht in nur wenigen Artikeln randständig auf.

Die Frage, die mich zunehmend beschäftigt: um was geht es hier eigentlich? Wer spielt hier sein Spiel mit uns und zu welchem Zweck?

Wir alle haben hier ein paar Puzzle-Teile in der Hand und es wird ein Riesen Wirbel darum gemacht.

Ich frage mich ernsthaft, warum ein mit allen Wassern gewaschener Politiker am Telefon so ausrasten sollte, wenn es nur darum geht, dass ein Hauskredit an die Öffentlichkeit kommen könnte. Weiterlesen

Ich bleibe im Amt


Zunächst wollte ich ja nur einen Kommentar im Textdepot schreiben, der hat sich aber dann doch zu einem eigenen Beitrag ausgewachsen.

Nach quälend langen Tagen (der Präsident musste ja auch nach der anstrengenden Weihnachtsansprache zuerst einmal Urlaub machen) hat sich Christian Wulff erneut zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Im heimeligen Studio vor zwei braven Journalisten gab er Auskunft. Meiner Meinung nach wieder genau im Guttenberg-Schema. Halbherzige Eingeständnisse und lauwarme Entschuldigungen, dazu sich selbst sie Opferrolle zuschreibend. Weiterlesen

Affäre Wulff nimmt kein Ende – neue Vorwürfe


So wie das alte Jahr aufgehört hat, so beginnt das Neue. Vorwürfe gegen unseren Bundespräsidenten. Jetzt wird berichtet, dass er während seiner letzten Reise, aus Kuwait, bei BILD-Chefredakteur Kai Diekmann interveniert habe, um die Veröffentlichung der Umstände seines Hauskredits noch zu verhindern.

Das rauscht heute durch den Medienwald, nur BILD selbst hält sich zurück. Zumindest in der Online-Ausgabe ist nichts davon zu lesen. Weiterlesen

Wulff hat seine Chance vertan


Gestern hatte ich Christian Wulff noch eine kleine Chance zugebilligt, ungeschoren und als Bundespräsident aus der Hauskredit-Affäre heraus zu kommen. Diese Chance hat er nun vertan.

Wulff sagte gestern gegenüber MDR Info, das Wesentliche in seinem Amt sei, „dass man die Dinge bewertet, beurteilt und dann dazu steht und dann auch unterscheidet, wo ist etwas real und wo ist etwas mit sehr viel Staub aufwirbeln verbunden“. Das müsse voneinander getrennt werden. „Man muss selber wissen, was man macht und das muss man verantworten. Und das kann ich.“

Schon längst geht es nur noch vordergründig um die Umstände des Hauskredites. Weiterlesen

Wulff läuft die Zeit davon


Muss Norbert Lammert schon mal vorsorglich eine Weihnachtsansprache für sich schreiben lassen? Falls wir das Fest ohne Christian Wulff als Präsidenten feiern dürfen müssen, hoffe ich doch, dass der zweite Mann im Staat diese lästige Pflicht des Präsidenten übernimmt.

So nach und nach kommen die Rufe auf, dass Christian Wulff von seinem Amt als Bundespräsident zurücktreten solle. Die Hauskredit-Affäre belastet ihn immer mehr und sein wortklauberisches Taktieren schädigt das Ansehen seines Amtes.

Hatte ich es nicht schon geahnt. Die Affäre ist mit Wulffs Erklärung vom Donnerstag noch lange nicht vom Tisch. Immer neue Ungereimtheiten und Details des Kredits kommen ans Licht und belasten den Präsidenten immer mehr.

Es ist ja keine Schande, wenn ein Ministerpräsident sich scheiden lässt und darüber finanziell etwas schlechter da steht als vorher. Es ist auch nichts dagegen zu sagen, wenn er sich mit seiner neuen Partnerin ein neues Zuhause kaufen will.

Aber warum geht er dann nicht, wie jeder Andere auch, zu seiner Bank und fragt da um einen Kredit nach. Weiterlesen

Euro-Krise des Bundespräsidenten


Nun warten wir alle gespannt auf klärende Worte von Christian Wulff. Der lässt sich Zeit und die Spekulationen schießen darüber ins Kraut.

Es geht um einen Privatkredit über eine halbe Million Euro, den Christian Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident von der Gattin des Unternehmers Egon Geerkens bekommen hat, um sich ein Haus zu kaufen – ein Freundschaftsdienst? Es geht darum, ob Wulff den Landtag über diesen Kredit absichtlich im Unklaren gelassen hat. Und es geht darum, ob das Ganze eines Staatsoberhaupts würdig ist. Das ist der allgemeine Tenor der Medien.

Wenn das so einfach wäre, würde es sich ja nur darum drehen, ob ein ehemaliger Ministerpräsident eine Anfrage der Grünen juristisch korrekt beantwortet hat. Das scheint ja auch so zu sein.

Doch der Fall hat ja noch weitere Dimensionen. Weiterlesen