CISPA stoppen!


Jetzt gerade versucht der US-Kongress heimlich ein neues Gesetz zu verabschieden, das das Ausspionieren des gesamten Netzes erlauben würde — und sie hoffen, dass die Welt es nicht merkt! Wir haben schon einmal geholfen, ihre Netz-Attacke zu vereiteln, tun wir’s nochmal.

Mehr als 100 Kongressabgeordnete unterstützen einen Gesetzesentwurf (CISPA), der Unternehmen und der US-Regierung das Recht geben würde, jeden von uns so lange sie wollen und ohne richterliche Anordnung auszuspionieren. Zum dritten Mal versucht der US-Kongress, unsere Internet-Freiheit anzugreifen. Doch wir halfen, SOPA und PIPA zu stoppen — und jetzt können wir dieses neue Schnüffelgesetz im Keim ersticken.

Unsere weltweite Welle des Protests spielte eine wichtige Rolle beim Schutz des Internets vor Regierungen, die gern alles, was wir online tun, überwachen und kontrollieren würden. Gemeinsam können wir dieses Gesetz für immer begraben. Unterzeichnen Sie die Petition und erzählen Sie allen Internetnutzern, die sie kennen, davon.

Deutschland unterschreibt ACTA zunächst nicht


Das geplante Anti-Produktpiraterie-Abkommen ACTA bekommt keine deutsche Unterschrift. Bisher hatte die Bundesregierung den Standpunkt vertreten, dass ACTA nichts an der deutschen Rechtslage ändere. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass viele ACTA-Bestimmungen einen relativ großen Interpretationsspielraum lassen. Der ACTA-Vertrag sieht vor, dass Internet-Provider Daten wie die IP-Adresse speichern und auf Anfrage herausrücken sollen, um bei Verstößen gegen das Urheberrecht eine Identifizierung von Personen zu ermöglichen. Das ACTA-Abkommen war am 26. Januar von der EU sowie von 22 der 27 Mitgliedsstaaten unterzeichnet worden. Es soll die „Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums im digitalen Umfeld“ regeln. In der Zwischenzeit verstärkten sich jedoch die Proteste gegen ACTA, Netzaktivisten haben weltweit zu Demonstrationen gegen das Abkommen aufgerufen.

Außenminister Guido Westerwelle hat sich dem Druck gebeugt und will das ACTA-Abkommen erst einmal nicht unterschreiben lassen. Die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte in dieser Woche Bedenken angemeldet. Sie sei gegen ein System von Warnhinweisen, erklärte die Ministerin und fügte hinzu: „Internetprovider sind keine Hilfssheriffs.“

Damit „eventueller Diskussionsbedarf“ ausgeräumt werden kann, soll die Unterzeichnung zunächst nicht erfolgen. Damit sei aber „keine Entscheidung in der Sache verbunden“.

Die SPD begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung, „weil die vielen offenen Fragen zu den rechtlichen Auswirkungen des Abkommens bis heute nicht ausreichend beantwortet und weil zahlreiche Unterlagen aus den Verhandlungen bis heute nicht veröffentlicht worden sind“

„Zeit“ deaktiviert Social-Media


Es nützt also doch was, wenn man auf den Datenschutz pocht.

Die „Zeit“ hat reagiert und standardmäßig alle Social-Media-Dienste auf ihren Seiten deaktiviert. Wer nicht bei Facebook und Co. gemeldet ist, kann auf den Seiten der „Zeit“ keine Empfehlungen mehr von Facebook sehen und die „Gefällt mir“ Buttons der Social-Media-Dienste nicht anklicken. Dahinter steckt die oft angeprangerte Methode der Social-Media-Dienste, auch bei nicht dort registrierten Internet-Usern Cookies zu setzen, die eine mehrjährige Lebensdauer haben. Dadurch entsteht möglicherweise ein ausgefeiltes Profil des Users, falls er sich doch einmal bei Facebook und Co. anmeldet.

Screenshot "Zeit-Online"
Screenshot „Zeit-Online“

Die „Zeit“ unterbindet diese Taktik nun dadurch, dass man auf ihren Seiten zuerst die Dienste aktivieren muss, bevor man sie nutzen kann. Schon vor der Aktivierung weist die „Zeit“ darauf hin, „dass nach Ihrer Zustimmung Daten mit anderen externen Diensten ausgetauscht werden“.

Das halte ich für ein gutes Vorgehen. Als Nutzer der Seiten kann man nun selbst entscheiden, ob man hier die Social-Media-Dienste nutzen will. So sollte das bei allen Internet-Angeboten, die mit Facebook, Google+ und ähnlichen zusammenarbeiten wollen, geregelt sein. Damit ist zwar noch nicht offen gelegt, was die Dienste mit den Daten machen, aber es ist ein Stück Transparenz gewonnen und der User selbst hat die Entscheidungsmacht.

Deutsche Medien und Facebook


Aktuell hat sich die Süddeutsche Zeitung darüber beschwert, dass Facebook sich nicht so verhält, wie es die Zeitung gerne hätte. Als ob das was ganz Neues sei, dass Facebook nur das macht, was es selbst will. Lesen die Redakteure der SZ ihre eigene Zeitung nicht?

Das ist aber nur eine Episode am Rande. In vielen deutschen Medien wird gerne darüber berichtet, dass Facebook seine Nutzer ausspioniert und dass man – selbst wenn man nicht registriert ist – überall von Facebook beobachtet wird. Aber gleichzeitig betreiben diese Medien eine Facebook-Seite und sie werben dafür, dass diese Seite genutzt werden soll. Und sie haben natürlich auch den berüchtigten „Like-Button“ in ihre Online-Angebote eingebaut. Diese Scheinheiligkeit geht mir auf den Geist!

Es ist ja inzwischen Allgemeingut, dass Facebook Unmengen von Nutzerdaten sammelt, aufbereitet und damit bei Werbetreibenden Milliarden verdient. Wenn die Medien darüber berichten und das richtigerweise als mindestens bedenklich darstellen, dann sollten sie doch auch so konsequent sein und keine eigenen Angebote und Inhalte auf Facebook einstellen oder wenigstens den „Like-Button“ auf den eigenen Online-Seiten weglassen. Aber nein, sie unterstützen noch freiwillig die Datensammelwut von Facebook.

Die Medien machen sich auch andauernd Sorgen darüber, dass Ihre Urheber- und Verwertungsrechte im Netz möglicherweise nicht beachtet werden. Dass ihnen also im Internet Profite sozusagen vor der Nase weg kopiert werden. Und gleichzeitig stellen sie Personal ein und bezahlen dies, um auf Facebook Seiten zu pflegen, die nur dem Profit von Facebook selbst dienen. Wie bescheuert kann man denn sein?

Aber wahrscheinlich haben sie sich alle für teuer Geld von sogenannten „Social-Media-Beratern“ sagen lassen, dass heute keine Firma mehr existieren kann, wenn sie nicht auf allen Kanälen mitmischt.

adieu facebook


Ich hab es getan, endlich! Mein fb-Konto wird gelöscht. 🙂

Mit facebook stand ich immer auf Kriegsfuß. Zu aller erst ist mir diese umständliche Bedienbarkeit sauer aufgestoßen. Vielleicht bin ich einfach zu dumm dafür, aber ich will auch nicht erst einen fb-Lehrgang machen, um vernünftig damit umgehen zu können. Das muss sich mir schon intuitiv erschließen, sonst mag ich es nicht.

Das Verständnis, das ffb-abmeldungb von Datensparsamkeit und Datenschutz hat, geht mir gewaltig gegen den Strich. Deshalb habe ich auch immer nur das aller nötigste gepostet, den „like-button“ immer links liegen gelassen, keine Spiele- oder Umfrage- oder Horoskop-Anfragen zugelassen, kaum mal ein Bild hoch geladen. Eigentlich hab ich fast jede Interaktion mit meinen „Freunden“ unterlassen. Da kann ich mich auch gleich  abmelden.

Und das hab ich jetzt getan. Noch 14 Tage, dann ist mein Konto gelöscht. Die vielen Daten, die fb trotz meiner spärlichen Aktivitäten gesammelt hat, können sie sich sonst wo hin schieben.

Spion im Stromzähler


Die Energiewirtschaft will den Einbau moderner Stromverbrauchsmessgeräte, sogenannter „Smart Meter“ vorantreiben. Alles mit dem Hinweis eines besonderen Zusatznutzen dieser Geräte. Sie können in jedem Haushalt helfen, Strom zu sparen.

Ein Zusatznutzen für die Industrie wird dabei gerne verschwiegen oder mit einem allgemeinen Hinweis auf die Sicherheit der Daten klein geredet. Mit diesen Smart Metern lassen sich ziemlich exakte Profile des Lebens in den damit verbundenen Haushalten erstellen. Solche Daten sind für die Industrie Gold wert.

Ob man Toast zum Frühstück bevorzugt, ob man täglich oder nur einmal in der Woche duscht, welchen Film man im Fernsehen sieht und wie lange die Kinder mit der Playstation rumspielen. Das alles und noch viel mehr verraten die Smart Meter den Energieversorgern und den Messdienstleistern. Die Nutzer der Smart Meter breiten sozusagen ihr Leben im Detail vor ihrem Stromversorger aus. Und das, nur um ein bisschen Strom zu sparen.

Noch sind die Smart Meter nicht weit verbreitet im Einsatz und die Datenauswertung ist noch rudimentär. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, die Sicherheit der so gewonnenen Daten zu gewährleisten. Es dürfen nur solche Daten das Haus verlassen, die unbedingt für die Abrechnung notwendig sind. Alles andere darf nicht in die Hände Fremder gelangen.

Hier muss umgehend eine rigide gesetzliche Regelung zum Schutz dieser Daten geschaffen werden. Ansonsten hilft nur dass jeder Einzelne dem Einsatz dieser Geräte widerspricht, sobald der Stromversorger die Umrüstung anstrebt. Was aber eher ein illusorisches Unterfangen ist.