Peinlicher Versprecher von Kanzlerin Merkel


In der heutigen Regierungserklärung sagte Bundeskanzlerin Merkel wörtlich: „Antisemitismus ist unsere staatliche und bürgerliche Pflicht.“ Ich habe es live erlebt und dachte zuerst, ich hätte mich verhört. Besonders, weil aus dem versammelten Plenum aber auch nicht die Spur einer Reaktion kam. Man kann sich die Passage auf der Seite des Bundestages anschauen und wird erleben, dass sie es tatsächlich so gesagt hat (etwa ab 10:30).

Man stelle sich das einmal vor, die Bundeskanzlerin sagt vor dem versammelten Bundestag, Antisemitismus sei eine staatliche und bürgerliche Pflicht und kein Mensch reagiert darauf. Haben denn alle ihr Gehirn an der Tür des Plenarsaales abgegeben? Hört der Frau keiner mehr zu?

Immerhin haben die Medien den Versprecher so langsam, nach und nach, aufgegriffen. Den Bock hat aber ZEIT-Online abgeschossen, die behaupten nämlich immer noch, Merkel hätte gesagt, der Kampf gegen Antisemitismus sei staatliche und bürgerliche Pflicht.

Bildschirmfoto vom 2015-01-15 19:12:37

Screenshot aus Zeit-online vom 2015-01-15 19:12:37 Hervorhebung von mir

Das mag vielleicht so im Manuskript gestanden haben, aber gesagt hat sie es so nicht. Und dann versteigt sich die Redaktion der Zeit sogar noch, einen Kommentator, der auf den Fehler hinweist, zu fragen, wo denn eine verlässliche Quelle zu finden sei.

Bildschirmfoto vom 2015-01-15 19:10:01

Screenshot Zeit.online vom 2015-01-15 19:10:01

Es ist unfassbar.

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Wer Hass sät, wird PEGIDA ernten


Tausende Menschen gehen jetzt seit Wochen immer Montags auf die Straßen zu stetig wachsenden Demonstrationen. Sie protestieren gegen … naja, das weiß man nicht so genau. Gegen Islamisierung steht auf ihren Plakaten und im Namen, unter dem sie sich zusammenfinden. Da sie nicht wirklich mit der Presse reden, kann man als Außenstehender auch nur raten, wofür oder wogegen Pegida steht. Aber eine kurze Suche im Internet kann da schon weiter helfen. Das Positionspapier von Pegida ist sehr leicht zu finden. Es wäre selbst für Journalisten nicht zu schwer das im Netz ausfindig zu machen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Der Presse scheint es aber lieber zu sein, nichts weiter zu tun, als Leute am Rande der Demos zu befragen und dann die beklopptesten Aussagen herauszufiltern und diese in die Öffentlichkeit zu tragen. So kann man ohne großen Aufwand die Demonstranten als Dumpfbacken darstellen.

Problematisch ist natürlich auch, dass diese Demonstrationen oftmals von Neonazis organisiert und angeführt werden. Da kann man die Demos doch gleich in eine Schublade stecken, diese mit der Aufschrift „Neonazi-Dumpfbacken“ versehen und schon ist das Problem für alle eingeordnet. Bei so einem Etikett muss man sich auch nicht mehr damit befassen, was die Leute auf den Demos eigentlich wirklich wollen.

Die Demonstrationen zeigen aber insofern Wirkung als dass sich die Kanzlerin persönlich zu dem Thema äußern muss. Merkel sagt in ihrer Neujahrsansprache „allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!“

Mit Vorurteilen und Kälte, vielleicht auch mit Hass im Herzen, kennen sich die C-Parteien aber auch sehr gut aus, denn gerade sie haben doch immer, wenn sie glaubten noch eine Wählerstimme erhaschen zu können, ihre Angel ganz weit ins rechte Lager ausgeworfen. Mit Slogans wie „Wer betrügt, der fliegt“, mit Unterschriftenaktionen gegen doppelte Staatsbürgerschaft und den EU-Beitritt der Türkei schüren CDU und CSU gerne einmal rechte Ressentiments in der Bevölkerung. Mir fällt dabei auch sofort die unsägliche Debatte über eine deutsche Leitkultur wieder ein. Aber nicht nur CDU und CSU, alle Parteien, die sich zur Mitte zählen, schüren, wenn es ihnen nützlich erscheint, die Fremdenfeindlichkeit im Lande. Mit solchen Mitteln fördern sie genau das, was sie den Pegida-Demonstranten vorwerfen.

Feminizid in Deutschland?


Massenhafte und gezielte Tötung von Frauen aufgrund des Geschlechts, die häufig mit staatlicher Duldung oder gar Förderung verbunden ist. So definiert zumindest die Wikipedia den Begriff Femi(ni)zid.

So etwas soll es in Deutschland geben? Vielleicht habe ich die letzten Jahrzehnte verschlafen und im Geschichtsunterricht die letzten Jahrhunderte nicht mitbekommen. Mein Wissensstand ist der, dass seit den Hexenverbrennungen Frauen nicht mehr wegen ihres Geschlechts umgebracht werden – also hierzulande.

UltraFeministinnen haben da wohl ein anderes Wissen. Die Mädchenmannschaft schafft es doch tatsächlich einen Bericht darüber, dass bei fast der Hälfte der Frauenmorde die Tatverdächtigen Männer aus deren nahem Umfeld sind, den Begriff Feminizid in der Überschrift unterzubringen. Abgesehen davon, dass hier die Unterscheidung zwischen Tatverdächtigen und Täter(inne)n gar nicht wahrgenommen wird, werden auch die Mordmotive völlig außer Acht gelassen. Wenn Männer als Tatverdächtige genannt werden, dann werden die Frauen in der Logik dieser Feministinnen von Männern umgebracht, eben weil sie Frauen sind. Man möge entschuldigen, wenn ich diese Logik als verquer bezeichne.

Solche Artikel mögen vielleicht in die Ideologie von Hardcore-Feministinnen passen, sie dienen aber ganz sicher nicht einem vernünftigen Verhältnis der Geschlechter untereinander. Vielmehr wird hier das Bild des Mannes als gewalttätigem Täterwesen bedient, vor dem sich Frauen am besten in Acht nehmen.

WordPress Support funktioniert


Support im Internet ist immer so eine Sache. Man kann da die verschiedensten Erfahrungen machen. Vor kurzem habe ich den WP-Support kontaktiert. Ich weiss nicht, ob das bei Allen so war, jedenfalls hat sich bei mir auf der WP-Startseite, wenn ich die Tabs angeklickt hatte, immer die Sprache auf Englisch umgestellt. Das war ziemlich lästig. Zusätzlich hatte ich ein Problem mit den Statistiken.

Über das WP-Forum hatte ich dann meine Probleme eingestellt. Im deutschen Forum gibt es leider keinen technischen Support. Also hab ich mich an das englische Forum gewandt. Und siehe da, es hat zwar 3 Wochen gedauert, aber die Probleme haben sie gelöst. Und zwischendurch gab es Nachfragen von den Supportern, die zeigten, dass sie das Problem tatsächlich auch ernst nehmen.

Also kann ich insgesamt nur sagen, der Support bei WP funktioniert. Wenn man technische Probleme hat, muss man aber des Englischen mächtig sein.

1000 Meisterwerke … des Irrsinns


Ein Regner (von seinem Musikverlag und der GEMA alimentiert), 51 Drehbuchautoren (von der GEZ indirekt alimentiert), 100 Köpfe (allesamt gut versorgt), das ist bisher die Steigerung, mit der uns die Contentmafiaindustrie weis machen will, dass wir, die „Netzgemeinde“, ihnen die Lebensgrundlage entziehen, indem „wir“ „ihnen“ im Internet die Texte, Bilder, Videos, Musik stehlen.

Es fällt auf, dass diese Kampagnen, die sich vorgeblich um das ach so geschundene Urheberrcht sorgen, hauptsächlich von denen am Laufen gehalten werden, die an den Werken, die sie verkaufen wollen, gar kein Urheberrecht haben. Die Verlage – egal ob es um Musik, Film oder Texte geht – haben den Urhebern – Journalisten, Literaten, Musikern (…) – die Verwertung ihrer Werke doch billigst aus den Händen gerissen und versuchen damit einen möglichst großen Reibach zu machen. In Wirklichkeit geht es bei diesen Kampagnen doch um Verwertungsrechte, die die Verlage bedroht sehen. Und diese Verlage sehen im Internet hinter jeder Ecke Diebe lauern. Wenn niemand mehr bereit wäre, für künstlerische Werke zu bezahlen, dann gäbe es zum Beispiel gar keine Musikportale mehr im Netz, wo man sich Titel kaufen kann. Warum kaufen Leute bei Musicload oder im iTunes-Store Musik? Sind die alle zu doof zum klauen?

Warum bauen die Zeitungsverlage vor Ihre Internetauftritte kein Kassenhäuschen? Nicht, weil die Leute Informationen nur umsonst haben wollen, nein, ganz einfach, weil mit Werbung auf den frei zugänglichen Internetseiten mehr zu verdienen ist.

Die Contentmafiaindustrie will jedoch am liebsten, dass für jedes Mal, wo wir ein Lied hören, ein Video sehen, einen Text lesen, Gebühren fällig werden. Sie bekommen den Hals nicht voll. Es gibt auch im Internet einen Markt, auf dem Inhalte jedweder Art verkauft werden können. Er ist den Verlagen aber offenbar zu klein oder sie haben keine Idee, wie sie ihn erschließen können. Da ist es viel einfacher einfach mal die „Netzgemeinde“ unter Generalverdacht zu stellen, eine „Umsonstkultur“ herbeizureden und nach gesetzlicher Hilfe zu schreien.

Ich bin mal gespannt, was als nächste Steigerung kommt. Ein Regner, 51 Drehbuchautoren, 100 Köpfe, 1000 Bildhauer?

Wirbel um Nobelpreisträger


Günter Grass hat sich in einem Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran geäußert. Über die Qualität des Gedichtes mag man geteilter Meinung sein. Jedoch, was an Beschimpfungen jetzt über Grass hereinbricht ist weit jenseits von Kritik, die man – auch politisch motivierten – künstlerischen Werken angedeihen lassen sollte.

Günter Grass hält Israel vor, dass es durch einen Erstschlag das gesamte iranische Volk auslöschen könnte, nur weil vermutet werde, dass Teheran eine Atombombe baue. Dabei habe Israel selbst ein wachsendes nukleares Potential, das keiner Prüfung zugänglich sei. Zudem kritisierte Grass die deutsche Außenpolitik, die Israel mit U-Boot-Lieferungen unterstütze. Wenn man die Lage im Nahen Osten betrachtet, kann man durchaus zu diesem Schluss kommen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann erklärt den Beitrag des Nobelpreisträgers zum „Hasspamphlet“, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, wirft Grass ein „durchschaubares Schmierentheater“ vor, die israelische Botschaft in Berlin versteigt sich zu der Aussage, es gehöre zur europäischen Tradition, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Dass sich Jüdische Organisationen durch dieses Gedicht auf den Schlips getreten fühlen, kann man ja durchaus noch verstehen. Dass ihre Vertreter verbal jedoch derart schweres Geschütz auffahren, kann man eigentlich nur mit einem Sprichwort erklären: „Der getroffene Hund bellt“.

Reflexartig springen auch Politiker der CDU Israel zur Seite. Ruprecht Polenz, der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses meint, Grass verwechsele Ursache und Wirkung. „Er stellt die Dinge auf den Kopf“. Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion erklärte: „Das Gedicht ist geschmacklos, unhistorisch und zeugt von Unkenntnis der Situation im Nahen Osten.“

Den Gipfel erreicht jedoch Josef Joffe in seiner Analyse in der „Zeit“. Er versucht sich in Küchenpsychologie und unterstellt dabei Grass, mit der Anklage Israels seine eigene Schuld während der Nazi-Zeit zu relativieren.

Ein Gedicht, das – meiner Meinung nach durchaus milde – die Lage aus einem anderen als dem offiziell vermeldeten Blickwinkel betrachtet, löst einen solchen Wirbel aus. Alle Achtung kann man da nur sagen. Was würde erst passieren, wenn jemand seine Meinung einmal in etwas deutlicheren Worten ausdrücken würde?