Wer Hass sät, wird PEGIDA ernten


Tausende Menschen gehen jetzt seit Wochen immer Montags auf die Straßen zu stetig wachsenden Demonstrationen. Sie protestieren gegen … naja, das weiß man nicht so genau. Gegen Islamisierung steht auf ihren Plakaten und im Namen, unter dem sie sich zusammenfinden. Da sie nicht wirklich mit der Presse reden, kann man als Außenstehender auch nur raten, wofür oder wogegen Pegida steht. Aber eine kurze Suche im Internet kann da schon weiter helfen. Das Positionspapier von Pegida ist sehr leicht zu finden. Es wäre selbst für Journalisten nicht zu schwer das im Netz ausfindig zu machen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Der Presse scheint es aber lieber zu sein, nichts weiter zu tun, als Leute am Rande der Demos zu befragen und dann die beklopptesten Aussagen herauszufiltern und diese in die Öffentlichkeit zu tragen. So kann man ohne großen Aufwand die Demonstranten als Dumpfbacken darstellen.

Problematisch ist natürlich auch, dass diese Demonstrationen oftmals von Neonazis organisiert und angeführt werden. Da kann man die Demos doch gleich in eine Schublade stecken, diese mit der Aufschrift „Neonazi-Dumpfbacken“ versehen und schon ist das Problem für alle eingeordnet. Bei so einem Etikett muss man sich auch nicht mehr damit befassen, was die Leute auf den Demos eigentlich wirklich wollen.

Die Demonstrationen zeigen aber insofern Wirkung als dass sich die Kanzlerin persönlich zu dem Thema äußern muss. Merkel sagt in ihrer Neujahrsansprache „allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!“

Mit Vorurteilen und Kälte, vielleicht auch mit Hass im Herzen, kennen sich die C-Parteien aber auch sehr gut aus, denn gerade sie haben doch immer, wenn sie glaubten noch eine Wählerstimme erhaschen zu können, ihre Angel ganz weit ins rechte Lager ausgeworfen. Mit Slogans wie „Wer betrügt, der fliegt“, mit Unterschriftenaktionen gegen doppelte Staatsbürgerschaft und den EU-Beitritt der Türkei schüren CDU und CSU gerne einmal rechte Ressentiments in der Bevölkerung. Mir fällt dabei auch sofort die unsägliche Debatte über eine deutsche Leitkultur wieder ein. Aber nicht nur CDU und CSU, alle Parteien, die sich zur Mitte zählen, schüren, wenn es ihnen nützlich erscheint, die Fremdenfeindlichkeit im Lande. Mit solchen Mitteln fördern sie genau das, was sie den Pegida-Demonstranten vorwerfen.

#aufschrei gewinnt Grimme-Online-Award


Es war einmal ein renommierter Medienpreis ….

Im vergangenen Jahr hatten sie da ja schon einen Tiefpunkt erreicht, als das Dschungelcamp nominiert wurde. Um es mit Rudi Völler zu sagen, jetzt ist noch ein tieferer Tiefpunkt erreicht. Eine Twitter-Campagne, die nicht viel mehr als ein Shitstorm war, nicht nur zu nominieren sondern gar auch auszuzeichnen zeugt nicht gerade von der Medienkompetenz der Jury.

In der Begründung der Jury hieß es, erst durch Twitter habe die gesellschaftliche Diskussion über Sexismus an Dynamik gewonnen und sei dann in aller Breite auch in anderen Medien geführt worden.

Dabei wurde bei #aufschrei das ganze männliche Geschlecht pauschal als übergriffig diffamiert und der Vergewaltigung bezichtigt, Tage lang jagte ein sexistischer Presseartikel nächsten, die Prüderie feierte fröhliche Urständ und die Opfer echter Gewalt wurden durch die allgemeine Bagatell-Hysterie regelrecht verhöhnt.

So wird das Problem von Vergewaltigung instrumentalisiert, in einem großen Topf verrührt mit „der hat mich lüstern angeguckt“ und blöden Sprüchen. Das Verbrechen der Vergewaltigung wird damit als Zunder missbraucht, damit Prinzessinnen ihre Karriere pushen können, das ist in etwa vergleichbar mit dem Missbrauch von Kindesmisshandlung zur Durchsetzung von Überwachung und Zensur.

Der unfreiwillige Erfolg war, dass der Medienfeminismus bei diesem Sturm im Wasserglas dermaßen die Realität aus den Augen verloren hat, dass er nunmehr völlig zu recht von deutlich mehr Menschen als unseriös, anti-egalitär, anti-emanzipatorisch, männerfeindlich und verklemmt wahrgenommen wird. Bemerkenswert ist, dass die #Aufschrei-Kampagne trotz massivster Unterstützung durch die Massenmedien eher gefloppt ist, was aber von denselben Medien komplett ignoriert und zum feministischen Revival umphantasiert wird. „Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm, einfach schon auf die Straße zu gehen“, behauptete beispielsweise Anne Wizorek, Initiatorin der #Aufschrei-Kampagne, in der Sendung „login“ auf ZDFinfo am 28.1.2013. Für solchen Irrsinn bekommt man im Jahr 2013 tatsächlich den Grimme-Preis.

Und sie schlagen doch!


Nichts ist in unseren Köpfen im Bezug auf Gewalttaten so fest verankert, wie der Blick auf den Mann als alleinigem Täter und der Frau als exklusivem Opfer. Diese Sichtweise wird gerade auch von Feministinnen und sogenannten Genderforscherinnen stets bemüht und in das kollektive Gedächtnis eingehämmert. Auf dass nur ja niemand auf die Idee kommt, diese „Wahrheit“ zu hinterfragen.

Eine der aktuell am häufigsten zitierten Studien zu diesem Thema ist eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ [1]. Die repräsentative Hauptuntersuchung basiert auf mehr als 10.000 Interviews mit in Deutschland lebenden Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren. Eine Befragte galt als von Gewalt betroffen, wenn sie angab, eine Gewalthandlung mindestens einmal in ihrem Erwachsenenleben erlebt zu haben. Das bedeutet, dass hier der Zeitraum von 1934 bis 2003 untersucht wurde, und wenn in diesem Zeitraum eine Frau mindestens eine Gewalthandlung erlebt hat, dann gilt sie in dieser Studie als Betroffene. Das liest sich dann in Veröffentlichungen gerne so: „Rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren haben körperliche oder sexuelle Gewalt – oder auch beides – durch Beziehungspartnerinnen und Beziehungspartner mindestens ein- oder auch mehrmals in ihrem Leben erlebt..“

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts (Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung [2]) kommt nun zu einer etwas anderen Einschätzung der Situation. Laut dieser Studie sind Frauen seltener Gewaltopfer als Männer und fast genauso oft Ausübende von Gewalt. Dabei bezieht sich die Studie in ihrer Fragestellung nur auf die vergangenen 12 Monate

Frauen gaben mit 3,3% signifikant seltener an, in den letzten 12 Monaten Opfer von körperlicher Gewalt gewesen zu sein als Männer (6,2%). Selbst körperliche Gewalt ausgeübt zu haben, gaben insgesamt 3,4% der Frauen und 3,9% der Männer an. In den letzten 12 Monaten Ausübende psychischer Gewalt gewesen zu sein, gaben Männer und Frauen etwa gleich häufig mit ca. 9% an.

Ich schließe mich dem Fazit des RKI, das ich hier auszugsweise zitiere, gerne an.

„Gewalterfahrungen sind ein oft einschneidendes, mitunter schicksalbestimmendes Gesundheits- und Lebensrisiko für Männer und Frauen. Während es, nicht zuletzt angestoßen durch die Ergebnisse der feministischen Gewaltforschung, bereits eine hohe Aufmerksamkeit und vergleichsweise gut entwickelte Hilfestrukturen für gewaltbetroffene Frauen gibt, sind, trotz der Tatsache, dass Männer insgesamt häufiger Opfer von körperlicher Gewalt werden als Frauen, Gewaltopfererfahrungen von Männern im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs wenig repräsentiert.

Es wäre daher wünschenswert, wenn sich im Öffentlichen Bewusstsein eine höhere Sensibilität und Empathie für Männer, die Opfer von Gewalthandlungen wurden, entwickelte und Opfererfahrung von Männern nicht länger als „unmännlich“ stigmatisiert würden. Die soziale Akzeptanz einer männlichen Opferrolle eröffnete die Möglichkeit einer stärkeren Verankerung von Opfererfahrungen in der männlichen Selbstwahrnehmung sowie in männlichen Selbstkonzepten. Die Themen „Frauen als Gewalttäterinnen“ und „Männer als Gewaltopfer“ sind gesellschaftlich noch weitgehend tabuisiert und werden erst allmählich von der Gewalt- und Genderforschung aufgegriffen.

In der Vergangenheit wurde eine intensive Kontroverse um die Frage geführt, ob beide Geschlechter gleich häufig oder ob Frauen häufiger und schwerer als Opfer von Gewalthandlungen betroffen sind und ob Frauen auch oder sogar annähernd gleich häufig aggressiv und gewalttätig sein können wie Männer. (…) Tatsächlich sollte jegliche Form von Gewaltausübung sozial klar zurückgewiesen und den Gewaltopfern – weiblichen und männlichen – effektive Unterstützung zuteil werden. Dabei sollte jedoch nicht übersehen werden, dass auch Täterinnen und Täter angemessener psychosozialer Hilfe bedürfen.“

[1] Studie: Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland

[2] Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)

1000 Meisterwerke … des Irrsinns


Ein Regner (von seinem Musikverlag und der GEMA alimentiert), 51 Drehbuchautoren (von der GEZ indirekt alimentiert), 100 Köpfe (allesamt gut versorgt), das ist bisher die Steigerung, mit der uns die Contentmafiaindustrie weis machen will, dass wir, die „Netzgemeinde“, ihnen die Lebensgrundlage entziehen, indem „wir“ „ihnen“ im Internet die Texte, Bilder, Videos, Musik stehlen.

Es fällt auf, dass diese Kampagnen, die sich vorgeblich um das ach so geschundene Urheberrcht sorgen, hauptsächlich von denen am Laufen gehalten werden, die an den Werken, die sie verkaufen wollen, gar kein Urheberrecht haben. Die Verlage – egal ob es um Musik, Film oder Texte geht – haben den Urhebern – Journalisten, Literaten, Musikern (…) – die Verwertung ihrer Werke doch billigst aus den Händen gerissen und versuchen damit einen möglichst großen Reibach zu machen. In Wirklichkeit geht es bei diesen Kampagnen doch um Verwertungsrechte, die die Verlage bedroht sehen. Und diese Verlage sehen im Internet hinter jeder Ecke Diebe lauern. Wenn niemand mehr bereit wäre, für künstlerische Werke zu bezahlen, dann gäbe es zum Beispiel gar keine Musikportale mehr im Netz, wo man sich Titel kaufen kann. Warum kaufen Leute bei Musicload oder im iTunes-Store Musik? Sind die alle zu doof zum klauen?

Warum bauen die Zeitungsverlage vor Ihre Internetauftritte kein Kassenhäuschen? Nicht, weil die Leute Informationen nur umsonst haben wollen, nein, ganz einfach, weil mit Werbung auf den frei zugänglichen Internetseiten mehr zu verdienen ist.

Die Contentmafiaindustrie will jedoch am liebsten, dass für jedes Mal, wo wir ein Lied hören, ein Video sehen, einen Text lesen, Gebühren fällig werden. Sie bekommen den Hals nicht voll. Es gibt auch im Internet einen Markt, auf dem Inhalte jedweder Art verkauft werden können. Er ist den Verlagen aber offenbar zu klein oder sie haben keine Idee, wie sie ihn erschließen können. Da ist es viel einfacher einfach mal die „Netzgemeinde“ unter Generalverdacht zu stellen, eine „Umsonstkultur“ herbeizureden und nach gesetzlicher Hilfe zu schreien.

Ich bin mal gespannt, was als nächste Steigerung kommt. Ein Regner, 51 Drehbuchautoren, 100 Köpfe, 1000 Bildhauer?

Spendengala und Killertomaten


Die FDP hat sich in eine Position manövriert, aus der sie aus eigener Kraft nicht mehr heraus kommt. Das glauben zumindest sie Intendanten der ARD. Aus diesem Grund haben sie beschlossen eine Spendengala zugunsten der FDP zu veranstalten. In einer Erklärung der ARD-Verantwortlichen heißt es dazu: „Die FDP ist politisches wie gesellschaftliches Urgestein der Bundesrepublik. Es gehört daher auch zu dem Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sich für den Erhalt dieser geschichtsträchtigen Institution einzusetzen.“ Ein prominenter Moderator wurde auch schon gefunden. Florian Silbereisen wird die Gala zu Rettung der Partei am 29.4 im „Thomas-Dehler-Haus“ moderieren. Sollte die Partei trotz der ARD-Initiative nicht gerettet werden können, werden die Gelder in eine Stiftung zur sozialverträglichen Abwicklung der Partei sowie zur Einrichtung eines FDP-Museums einfließen.

Beunruhigende Nachrichten – zumindest für Liebhaber von Tomaten – kommen aus den USA. Ein Forscherteam hat in einer groß angelegten Studie festgestellt, dass der Verzehr von Tomatenprodukten der Auslöser von Aggressionen ist. Eine von dem führenden Food-Forscher Dänemarks, Professor Sven Bode Andersen, der dort gerade als Gast-Professor im Team mit seinen US-Kollegen arbeitet, herausgebrachte Studie zur Nahrungsmittel-Sicherheit hat zweifelsfrei ergeben, dass das Nahrungsmittel Tomate nicht mehr weiter für den Verzehr zugänglich gemacht werden solle. „Menschen, Affen, Hunde, Hühner- was immer mit Tomatenprodukten in Berührung kommt, zeigt signifikant hohe Aggressionswerte.“

Königswinter ist überall


Was sich die Kirchen im Verhältnis mit ihren Arbeitnehmern erlauben dürfen ist weit mehr als das was das Arbeitsrecht, selbst das Grundgesetz sonst erlauben. Als sogenannte „Tendenzbetriebe“ haben die Kirchen (übrigens auch Parteien und Gewerkschaften) weit größere Rechte als sonst ein Arbeitgeber.

In einem Fall in Königswinter wollte die katholische Kirche wie üblich ihr Recht auf Eingriffe in die persönlichste Lebensführung einer Angestellten durchsetzen. Eine Kindergärtnerin hatte ihren Mann verlassen und ist mit einem neuen Partner zusammengezogen. Dieses Verhalten, das ja mit dem Arbeitsverhältnis genau gar nichts zu tun hat, reicht der Kirche in jedem Fall für eine Kündigung. Daraufhin sind die Eltern der Kindergartenkinder geschlossen auf die Barrikaden gegangen und haben erreicht, dass die Stadt Königswinter den Trägervertrag mit der katholischen Kirche gekündigt hat.

Das Vorgehen der Kirche ist jahrzehntelang geübte Praxis. Ich habe meine Ausbildung vor -zig Jahren bei einem konfessionellen Arbeitgeber absolviert. Weiterlesen

Essen oder Fressen?


Was haben Ilse Aigner (CSU), „Lafer, Lichter. Lecker“ (ZDF) und „Koyamas Menü“ (arte) gemeinsam? Auf den ersten Blick rein gar nichts. Aigner, mit ihrer Pressekonferenz zur Lebensmittelverschwendung und „Lafer, Lichter, Lecker“ könnte man noch unter der Rubrik „Klamauk“ zusammenfassen. Wenn man jedoch „Koyamas Menü“ anschaut, kann sich der Blick erweitern und dann passt alles zusammen. Weiterlesen