Petition barrierefreie Fernbuslinien


Der Fernbuslinienverkehr in Deutschland wird nicht barrierefrei werden, so will es die Bundesregierung in ihrem „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung personenbeförderungsrechtlicher Vorschriften“. Menschen mit Körperbehinderung oder mobilitätseingeschränkte Menschen können in Deutschland künftig nicht mit den Fernbussen verreisen, da es keine verbindliche Regelung geben wird, mit welcher die Barrierefreiheit festgeschrieben wird. Deshalb sollte der Verkehrsausschuss des Bundestages jetzt eine verbindliche Regelung auf den Weg bringen.

Bitte tragt diese Petition weiter und unterstützt sie mit Eurer Unterschrift.

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5 Gedanken zu „Petition barrierefreie Fernbuslinien

  1. Hallo bravo56,

    ich hab die Petition mitgezeichnet, mir ist aber auch bewusst, dass gerade kleinere Busunternehmen hier Probleme bekommen werden, die Kosten für die benötigte Zugänglichkeit zu bezahlen. Ich bin selbst mobilitätseingeschränkt und würde mir eine zugänglichere Welt wünschen. Aber in der Praxis können natürlich nicht alle Akteure die Kosten sofort mittragen. Da auch der Staat nicht alles subventionieren kann, wird es immer gewisse Lücken geben.

    Damit man mich nicht falsch versteht: natürlich sollen die Lücken langfristig gestopft werden, deswegen meine Unterschrift, dennoch werden einige schon heute arg belastet, Zugänglichkeit zu gewährleisten. Das sollte man nie vergessen.

    Gruß, David Marien

    • Ich finde es vor Allem schlecht, dass von vorne herein gar nicht daran gedacht wird, etwas zur barrierefreiheit in dem Gesetz zu erwähnen. Die besonderen Einrichtungen für barrierefreie Zugänge werden am Ende sowieso auf den Fahrpreis aufgeschlagen. Das wird auch bei kleineren Busunternehmen – wenn sie überhaupt am Fernverkehrsgeschäft teilnehmen wollen (können) – der Fall sein müssen.

      • Da hast du auf jeden Fall Recht. Allerdings muss man fairerweise anfügen, dass das Thema Zugänglichkeit und Behinderung erst seit ca. 20 Jahren ein Thema. Es braucht halt immer eine Weile bis sich gewisse Denkweisen in die Verwaltung durchsetzen. Die machen ja die Gesetze. Da sind die Verwaltungsbeamten leider nicht die Einzigen, bei denen sich diese Denkweisen durchsetzen kann.

        Gruß, David Marien

  2. Naja, 20 Jahre sind nun kein so kurzer Zeitraum. Da könnte selbst bei Verwaltungsbeamten das Thema angekommen sein. Höhere Gebühren können sie ja auch schnell umsetzen.
    Ich bin zwar nicht selbst betroffen, aber auch als Co-Betroffener schärft sich der Blick sehr schnell für die Unzulänglichkeiten bei der Barrierefreiheit. Und anscheinend darf man nicht müde werden, immer wieder darauf hinzuweisen.

    • Hallo bravo56!

      Ich finde, im Verhältnis zu den letzten 1500 Jahren sind 20 Jahre ein „Wimpernschlag der Geschichte“ Ich denke in einigen Bereichen sind die Verwaltungsbeamten sogar schon weiter als ihre Minister. Ich denke, die Finanzierung der Landesdolmetscherzentrale (für Gehörlose) hier in Brandenburg oder die Umsetzung des Werdenfelser Weges (ein Konzept zur Reduzierung von Fixierung / Zwangsmaßnahmen bei betreuten Personen) sind gute Beispiele hierfür.

      > Höhere Gebühren können sie ja auch schnell umsetzen.

      Dass du mit diesem Satz eine Gegenreaktion auslöst, ist dir sicher klar. 🙂 Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Verwaltungsbeamte arme Würstchen sind, die zwischen den Praktikern vor Ort und dem Minister vermitteln müssen. Außerdem hat es ja seine Gründe, warum Gebühren erhöht werden. Sie wissen selbst um die Problematik, die sie damit auslösen und sind auch mitunter sehr selbstkritisch was den eigenen Job und die eigene Behörde angeht. Ich habe sehr engagierte Referenten erlebt, die sich in harten Kämpfen mit dem Landesfinanzministerium begeben haben, die sehr viel Energie in Gesetze und Maßnahmen investiert haben, die unser Leben zumindest ein bisschen verbessert haben. Dass das von anderer Seite wieder aufgefressen wird, kann man ihnen nicht an-lasten.

      Wie in jeder Profession gibt es engagierte und weniger engagierte Leute. Auch sind meine Erfahrungen sicher nicht allgemeingültig. Nur, dem Beamten, an sich, eine bestimmte Arbeitsweisen, Charaktereigenschaften zu unterstellen ist genauso quatsch. Die Verwaltung ist eben auch kein Hort „perfekter Verwaltung“, da sind viele Strukturen und Arbeitsweisen verbesserungsbedürftig. Irgendwo in der Mitte liegt liegt die Wahrheit. Hier hab ich schon mal was darüber geschrieben:

      http://dmhdf.wordpress.com/2012/05/04/ministerien-was-machen-die-von-der-entfremdung-der-verwaltung/

      http://dmhdf.wordpress.com/2012/04/28/wissenschaft-politik-burokratie-unverstandende-systeme-der-mittelmasigkeit/

      > Und anscheinend darf man nicht müde werden, immer wieder darauf hinzuweisen

      Wer soll den für seine Anliegen kämpfen, außer man selbst? Da eben in Politik und Verwaltung nicht den Willen und auch nicht das Wissen besitzen, warum der Status Quo schlecht ist, müssen wir eben Willen und Wissen mit einbringen. Dieses „anscheinend kämpfen“ ist doch eine Errungenschaft der Aufklärung. Das Werben in der Öffentlichkeit, das Anrufen von Gerichten, sowie (durch Verbände) Beeinflussung von Gesetzgebungsverfahren sind doch solche Kampfmittel. Das man sehr selten damit zum Erfolg kommt, gerade bei bestimmten Themen, ist zwar bedauerlich, man muss sich halt damit arrangieren.

      Ein kurzer Beitrag, der eine lange Antwort herausfordert, so soll es sein. 🙂

      Gruß, David Marien.

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