Abzocke an den Tankstellen


Die Mineralölkonzerne sind ja nie um eine Begründung für Preiserhöhungen an den Tankstellen verlegen. Mal ist es der Euro, mal der Dollar, mal wird zu wenig gefördert, mal zu viel nachgefragt. Die politische Stabilität in den Förderländern ist sowieso immer schlecht, zur Not kann auch das als Grund gelten. Selbst wenn in China ein Sack Reis umfällt könnte das für die Konzerne ein Anlass sein, die Preise zu erhöhen.

Und pünktlich vor den Osterfeiertagen erhebt sich das alljährliche Gejammer wegen der hohen Spritpreise. Alle Argumente sind seit Jahrzehnten schon ausgetauscht und werden nur immer wieder neu aufgewärmt. Es ist von Preisabsprachen die Rede, von zu hohen Abgaben auf Mineralöle. Die Pendlerpauschale steht jedes Mal wieder aufs Neue im Blickpunkt. Jeder schiebt die Schuld dem Anderen in die Schuhe und nie ändert sich irgend etwas.

Halbwegs originell sind dann immerhin Äußerungen der Grünen die vor langer Zeit mal forderten der Liter Benzin solle 5 Euro kosten. In diese Kerbe schlägt jetzt auch der VCD, der den Preis für Benzin jetzt auch für zu niedrig hält. Sehr originell aber auch vollkommen falsch ist die Rechnung des ADAC, die belegen will, dass man heute mit 50 Euro Tankfüllung nur noch halb so weit kommt, wie 1992.

Niedrigere Spritpreise sind anscheinend nur ein Wunsch der Verbraucher. Der Wunsch kann aber auch nicht so ausgeprägt sein, dass sie selbst etwas in ihrem Verhalten ändern würden.

Diese ewigen nutzlosen Diskussionen müssen doch jeden inzwischen zu Tode langweilen. Immer dieselbe Leier und nie ändert sich etwas. Wie kann sich denn auch etwas ändern, wenn man ein Oligopol von 5 Konzernen machen lässt, was sie wollen? Und wenn man die Autohersteller dann ebenfalls nur mal sanft anfragt, ob sie denn alternative Antriebe bauen könnten, dann ändert sich schon zweimal nichts. Die Automobilbauer werden sich hüten, ernsthaft eine Alternative zu Verbrennungsmotoren anzubieten. Sie sind eben den Interessen ihrer Aktionäre verpflichtet. Und bei jedem Autohersteller ist mindestens ein Ölmulti mit einem großen Aktienpaket vertreten.

So wird uns diese Diskussion genau so lange langweilen, bis der letzte Tropfen Öl aus dem Boden geholt worden ist.

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8 Gedanken zu „Abzocke an den Tankstellen

  1. Wohl Jauch nicht gesehen oder wie? – Der Benzin-Vertreterhat doch glasklar gemacht, dass die Raffinerien in den roten Zahlen wirtschaften und die Mineralölkonzerne kaum die Sauce auf die Spaghetti verdienen.

    Generell ist diese Diskussion restlos überflüssig, solange die Leute auch jetzt noch die dicken und PS-starken Kisten mehr kaufen als die spritsparenden Fahrzeuge, was tatsächlich der Fall ist, wie alle Statistiken beweisen.

    Anstatt sich endlich Gedanken über neue Transportsysteme zu machen, womit ich die Leute schon seit 30 Jahren zu langweilen scheine …

  2. Ich habe Jauch gerade einmal 5 Minuten ertragen können. Da hab ich dann wohl was verpasst. Die armen Konzerne.
    Was hindert eigentlich die EU daran, zu beschließen, dass ab 2020 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr neu zugelassen werden dürfen? Das wäre doch mal eine klare Ansage und die Hersteller wären gezwungen endlich mal in ihren Schubladen nach den dort verstaubenden Plänen zu sehen.

    • Die Antwort, dass Öl eine endliche Ressource ist, und die Konzerne eben bei steigender Nachfrage gerne mal den Preis anpassen ist einleuchtend. Die Schlussfolgerung, dass Die Leute dadurch für alternative Antriebsformen sensibilisiert würden finde ich gewagt. Dafür wird zu oft und zu heftig auf den hohen Steueranteil im Preis des Benzines hingewiesen. Da werden die leute eher für die Möglichkeiten von Steuersenkungen sensibilisiert.
      Wie ich im Artikel schon angedeutet habe, hat von Seiten der Industrie ja niemand ein Interesse daran, freiwillig vernünftige Alternative Antriebe zu akzeptablen Preisen anzubieten. Die setzen so lange auf Verbrennungsmotoren, wie sie dürfen.
      Gibt es eigentlich schon eine Haltung der Piraten zu diesem Thema?

  3. Wusst´ ich´s nicht, dass niemand drauf eingeht?!

    Also jetzt: Ich fahre seit Jahren mit einem Schnitt von ehrlichen und realen 5,8 Litern Benzin, fast ausschliesslich Stadtverkehr übrigens. Hand hoch, wer noch oder sogar mit einem noch niedrigeren Wert (komm mir niemand mit Weksangaben!).

    • Ich musste erstmal überlegen, worauf man hätte eingehen sollen. Du meintest die dicken, PS-starken Kisten.
      5,8 im Stadtverkehr ist schon eine Leistung, die man nicht mit vielen Autos erreicht. Ich habe gar kein Auto, miete mir aber ab und zu einen Wagen. Da waren auch schon mal Kleinwagen von Renault mit“eco“-Label dabei. Ich habe mich da immer beim Autovermieter meines Vertrauens beschwert, weil es mit diesen Autos nicht möglich war, mit weniger als 7 Litern zu fahren. Solche Autos als besonders umweltfreundlich auszuzeichnen ist ein Witz.

      • Korrekt, denn man kann mit 5,8 Litern sogar Spass haben (wenn man richtig wohnt und das richtige Wetter dafür hat).

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