Kurze Pause


Bevor ich von meinem Provider vom Netz getrennt werde, melde ich mich hier noch einmal. Ich ziehe um. Neben all den Arbeiten und Problemen, die bei einem Umzug so auf einen zukommen, Muss ja auch der Telefon- und Internetanschluss mit umziehen. Und das ist immer ein Gang auf sehr dünnem Eis. Ich hatte also meinem Provider (3 Wochen vorm geplanten Umzug) mitgeteilt, dass ich umziehen will und darum gebeten, dass zum Umzugstag der Internetanschluss an die neue Adresse umgeschaltet wird. Ja, ich erwarte manchmal unmögliches. Der freundliche Mitarbeiter sagte mir, dass ich meine Bitte schon etwas spät vorbringe, da man mit 4 bis 6 Wochen Bearbeitungszeit rechnen müsse. Ich solle doch einen möglichst frühen Termin beantragen, so dass – wenn ich Glück habe – die Bearbeitungszeit etwas kürzer wird. Garantieren könne er jedoch nichts. Nun gut, wir einigten uns also, den heutigen Tag als Umzugstag anzugeben.

Die Mitteilungen meines Providers über die Umschaltung meines Anschlusses haben mich dann aber etwas verwundert. Der Anschluss soll heute abgeschaltet werden, jedoch erst nächsten Montag an der neuen Adresse wieder neu angeschaltet werden. Ich habe sofort die Hotline angerufen um zu sagen, dass man doch bitte den Anschluss erst Ende dieser Woche abschalten soll, damit ich nicht so lange ohne Internet und Telefon bin. Man sagte mir rundheraus, ich hätte ja den heutigen Tag angegeben und zu ändern sei das nicht mehr. Meine Erklärung, dass ich den heutigen Tag auf Anraten seines Kollegen angegeben habe und dass ich doch erst Ende der Woche umziehe, nützte auch nichts. Ich müsse jetzt damit zurecht kommen und ich hätte ja wohl noch ein Handy zum telefonieren. Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert ich bin.

Jetzt kann ich nur hoffen, dass das Anschalten des Anschlusses auch am Montag klappt. Ich rechne mit Allem.

Die nächsten Tage ist also hier wegen Umzugs geschlossen. Wenn wieder alles eingerichtet ist und funktioniert dürft ihr hier meinen hundertsten Artikel lesen.

EDIT 25,04,:

Jetzt ist hier immer noch mein Telefon und mein Internetanschluss angeschaltet. Das stört mich jetzt wenig, aber ich frage mich so langsam, ob das mit dem Anschließen in der Neuen Wohnung genauso pünktlich klappt, wie das Abschalten.

Den 100. Artikel habe ich Euch nun doch schon vor dem Umzug gegönnt.

WordPress Support funktioniert


Support im Internet ist immer so eine Sache. Man kann da die verschiedensten Erfahrungen machen. Vor kurzem habe ich den WP-Support kontaktiert. Ich weiss nicht, ob das bei Allen so war, jedenfalls hat sich bei mir auf der WP-Startseite, wenn ich die Tabs angeklickt hatte, immer die Sprache auf Englisch umgestellt. Das war ziemlich lästig. Zusätzlich hatte ich ein Problem mit den Statistiken.

Über das WP-Forum hatte ich dann meine Probleme eingestellt. Im deutschen Forum gibt es leider keinen technischen Support. Also hab ich mich an das englische Forum gewandt. Und siehe da, es hat zwar 3 Wochen gedauert, aber die Probleme haben sie gelöst. Und zwischendurch gab es Nachfragen von den Supportern, die zeigten, dass sie das Problem tatsächlich auch ernst nehmen.

Also kann ich insgesamt nur sagen, der Support bei WP funktioniert. Wenn man technische Probleme hat, muss man aber des Englischen mächtig sein.

Maulkorb für Abgeordnete


Die Geschäftsordnung eines Parlamentes ist eine unwahrscheinlich langweilige Sache.

Die Geschäftsordnung eines Parlamentes ist eine unwahrscheinlich spannende Sache.

Weil in ihr geregelt ist wer was wann machen darf.

Zum Beispiel Reden halten.

Reden sind ein wesentliches Element im Parlamentarismus. Im Idealfall werden in den Redebeiträgen alle Argumente für oder gegen ein Vorhaben vorgebracht. Nun gibt es im Parlament der Bundesrepublik immer schon Abgeordnete, die nicht in jedem Fall die Meinung ihrer Fraktion mittragen. Ihre abweichende Meinung können sie in eigenen Redebeiträgen im Parlament darstellen. Das ist zuletzt spektakulär bei den Abstimmungen über den Euro-Rettungsschirm passiert. Da haben sich zwei Abgeordnete erdreistet, eine eigene Meinung zu haben und diese vor dem Parlament vorzutragen.

Solche Aktionen sind den Fraktionen und da insbesondere den Fraktionsvorsitzenden immer ein Dorn im Auge. Hätten sie es doch am liebsten, wenn im Parlament nur genau eine einzige Meinung – nämlich die, die die Fraktion vorgibt – zur Schau gestellt würde. So haben sie nach der Abstimmung zum Rettungsschirm ja auch Norbert Lammert, den Präsidenten des Bundestages, rügen lassen, weil dieser den Abweichlern die Redezeit zugestanden hatte.

Wer den demokratischen Prozess so versteht, dass die Abgeordneten einer einmal vorgegebenen Richtung unbedingt folgen müssen, der wird auch eine Geschäftsordnung so hinbiegen wollen, dass es nur noch Redebeiträge gibt, die mit der Meinung der jeweiligen Fraktion konform gehen.

Die ganz große Koalition (CDU/CSU, FDP und SPD) – man könnte sie auch, wegen der Nationalfarben schwarz-gelb-rot, Uganda-Koalition nennen – hat nun für die parlamentarische Geschäftsordnung einen Änderungsvorschlag eingebracht, der es dem Bundestagspräsidenten extrem schwer machen soll, Redebeiträge zuzulassen, die nicht von den Fraktionen gebilligt sind. Am 26. April soll darüber abgestimmt werden.

Es ist mir egal, wie diese Abstimmung ausgeht.

In den Kommentarspalten der OnlineMedien ist die Meinung eindeutig. Es gibt keinen Kommentar, der für diese Maßnahme wäre. Es wird auch dazu aufgerufen, sich an die Fraktionsvorsitzenden zu wenden oder an die Parteivorsitzenden oder an die Abgeordneten. Mit den Vertretern der Parteien darüber zu reden, dass dieses Ansinnen mit dem demokratischen Grundgedanken nicht so ganz übereinstimmt ist für mich Zeitverschwendung. Wer das nicht aus sich heraus versteht, ist einfach unwählbar. Parteien, die überhaupt auf die Idee kommen, abweichende Meinungen unterdrücken zu wollen, haben in deutschen Parlamenten nichts zu suchen.

Edit 18.04.: Der Maulkorb ist wohl vom Tisch. Auch unter den Abgeordneten war der Vorschlag wohl nicht zu vermitteln. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, allein das Ansinnen ist schon Grund genug, solche Leute nicht mehr zu wählen.

CISPA stoppen!


Jetzt gerade versucht der US-Kongress heimlich ein neues Gesetz zu verabschieden, das das Ausspionieren des gesamten Netzes erlauben würde — und sie hoffen, dass die Welt es nicht merkt! Wir haben schon einmal geholfen, ihre Netz-Attacke zu vereiteln, tun wir’s nochmal.

Mehr als 100 Kongressabgeordnete unterstützen einen Gesetzesentwurf (CISPA), der Unternehmen und der US-Regierung das Recht geben würde, jeden von uns so lange sie wollen und ohne richterliche Anordnung auszuspionieren. Zum dritten Mal versucht der US-Kongress, unsere Internet-Freiheit anzugreifen. Doch wir halfen, SOPA und PIPA zu stoppen — und jetzt können wir dieses neue Schnüffelgesetz im Keim ersticken.

Unsere weltweite Welle des Protests spielte eine wichtige Rolle beim Schutz des Internets vor Regierungen, die gern alles, was wir online tun, überwachen und kontrollieren würden. Gemeinsam können wir dieses Gesetz für immer begraben. Unterzeichnen Sie die Petition und erzählen Sie allen Internetnutzern, die sie kennen, davon.

1000 Meisterwerke … des Irrsinns


Ein Regner (von seinem Musikverlag und der GEMA alimentiert), 51 Drehbuchautoren (von der GEZ indirekt alimentiert), 100 Köpfe (allesamt gut versorgt), das ist bisher die Steigerung, mit der uns die Contentmafiaindustrie weis machen will, dass wir, die „Netzgemeinde“, ihnen die Lebensgrundlage entziehen, indem „wir“ „ihnen“ im Internet die Texte, Bilder, Videos, Musik stehlen.

Es fällt auf, dass diese Kampagnen, die sich vorgeblich um das ach so geschundene Urheberrcht sorgen, hauptsächlich von denen am Laufen gehalten werden, die an den Werken, die sie verkaufen wollen, gar kein Urheberrecht haben. Die Verlage – egal ob es um Musik, Film oder Texte geht – haben den Urhebern – Journalisten, Literaten, Musikern (…) – die Verwertung ihrer Werke doch billigst aus den Händen gerissen und versuchen damit einen möglichst großen Reibach zu machen. In Wirklichkeit geht es bei diesen Kampagnen doch um Verwertungsrechte, die die Verlage bedroht sehen. Und diese Verlage sehen im Internet hinter jeder Ecke Diebe lauern. Wenn niemand mehr bereit wäre, für künstlerische Werke zu bezahlen, dann gäbe es zum Beispiel gar keine Musikportale mehr im Netz, wo man sich Titel kaufen kann. Warum kaufen Leute bei Musicload oder im iTunes-Store Musik? Sind die alle zu doof zum klauen?

Warum bauen die Zeitungsverlage vor Ihre Internetauftritte kein Kassenhäuschen? Nicht, weil die Leute Informationen nur umsonst haben wollen, nein, ganz einfach, weil mit Werbung auf den frei zugänglichen Internetseiten mehr zu verdienen ist.

Die Contentmafiaindustrie will jedoch am liebsten, dass für jedes Mal, wo wir ein Lied hören, ein Video sehen, einen Text lesen, Gebühren fällig werden. Sie bekommen den Hals nicht voll. Es gibt auch im Internet einen Markt, auf dem Inhalte jedweder Art verkauft werden können. Er ist den Verlagen aber offenbar zu klein oder sie haben keine Idee, wie sie ihn erschließen können. Da ist es viel einfacher einfach mal die „Netzgemeinde“ unter Generalverdacht zu stellen, eine „Umsonstkultur“ herbeizureden und nach gesetzlicher Hilfe zu schreien.

Ich bin mal gespannt, was als nächste Steigerung kommt. Ein Regner, 51 Drehbuchautoren, 100 Köpfe, 1000 Bildhauer?

Wirbel um Nobelpreisträger


Günter Grass hat sich in einem Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran geäußert. Über die Qualität des Gedichtes mag man geteilter Meinung sein. Jedoch, was an Beschimpfungen jetzt über Grass hereinbricht ist weit jenseits von Kritik, die man – auch politisch motivierten – künstlerischen Werken angedeihen lassen sollte.

Günter Grass hält Israel vor, dass es durch einen Erstschlag das gesamte iranische Volk auslöschen könnte, nur weil vermutet werde, dass Teheran eine Atombombe baue. Dabei habe Israel selbst ein wachsendes nukleares Potential, das keiner Prüfung zugänglich sei. Zudem kritisierte Grass die deutsche Außenpolitik, die Israel mit U-Boot-Lieferungen unterstütze. Wenn man die Lage im Nahen Osten betrachtet, kann man durchaus zu diesem Schluss kommen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann erklärt den Beitrag des Nobelpreisträgers zum „Hasspamphlet“, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, wirft Grass ein „durchschaubares Schmierentheater“ vor, die israelische Botschaft in Berlin versteigt sich zu der Aussage, es gehöre zur europäischen Tradition, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Dass sich Jüdische Organisationen durch dieses Gedicht auf den Schlips getreten fühlen, kann man ja durchaus noch verstehen. Dass ihre Vertreter verbal jedoch derart schweres Geschütz auffahren, kann man eigentlich nur mit einem Sprichwort erklären: „Der getroffene Hund bellt“.

Reflexartig springen auch Politiker der CDU Israel zur Seite. Ruprecht Polenz, der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses meint, Grass verwechsele Ursache und Wirkung. „Er stellt die Dinge auf den Kopf“. Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion erklärte: „Das Gedicht ist geschmacklos, unhistorisch und zeugt von Unkenntnis der Situation im Nahen Osten.“

Den Gipfel erreicht jedoch Josef Joffe in seiner Analyse in der „Zeit“. Er versucht sich in Küchenpsychologie und unterstellt dabei Grass, mit der Anklage Israels seine eigene Schuld während der Nazi-Zeit zu relativieren.

Ein Gedicht, das – meiner Meinung nach durchaus milde – die Lage aus einem anderen als dem offiziell vermeldeten Blickwinkel betrachtet, löst einen solchen Wirbel aus. Alle Achtung kann man da nur sagen. Was würde erst passieren, wenn jemand seine Meinung einmal in etwas deutlicheren Worten ausdrücken würde?