Darmbakterien auf Handys entdeckt


Der Gebrauch eines Mobiltelefons ist für uns mittlerweile selbstverständlich geworden. Weniger selbstverständlich scheint dagegen die gute Sitte des Händewaschens zu sein.

Das Londoner Institut für Hygiene und Tropenmedizin erzielte mit einer Studie beunruhigende Erkenntnisse: Auf jedem sechsten Mobiltelefon finden sich Spuren von Fäkalien. Der wahrscheinlichste Grund auch ist gleichzeitig der erschreckendste – die Leute waschen sich die Hände nicht, nachdem Sie auf der Toilette waren. Auf 92 Prozent der Handys wurden Bakterien gefunden. Auf 16 Prozent der Mobiltelefone fanden sich auch die besorgniserregenden E.-Coli-Bakterien. Sie übertragen sich über Fäkalien und sind Auslöser für Durchfälle oder andere Darmerkrankungen. Einige Stämme dieses Bakteriums können tödlich sein. So hat beispielsweise ein Ableger von Escherichia coli, das EHEC-Bakterium, vergangenen Juni eine Krankheitswelle in Deutschland ausgelöst, die 50 Menschenleben forderte.

Auf rund 31 Prozent der Hände und 25 Prozent der Telefone entdeckten die Forscher außerdem Staphylococcus aureus-Bakterien, die bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem zu schweren Infektionen führen können.

Die Bakterien, die auf vielen der Handys gefunden wurden, überleben Stundenlang auf der Oberfläche oder auch auf Händen, schließlich sind die Oberflächen der Geräte nicht einfach zu reinigen. Außerdem werden sie im Gebrauch sogar gelegentlich durch Speichel mit Proteinen versorgt, wenn wir mit dem Handy telefonieren. Gerade warme Temperaturen und wenig Sonnenlicht – sprich: Hosentaschen – bieten ideale Bedingungen für die Bakterien. Übertragen werden die Bakterien durch eine einfache Berührung zum Beispiel an Türgriffen, andere Telefonen oder einem einfachen Händeschütteln. Von der Handy-Oberfläche können die Bakterien wiederum zurück auf unsere Hände übertragen werden – sogar nach dem Waschen. Auch am Ohr oder im Gesicht sind sie dann schnell verbreitet, wo sie Kratzer oder offene Wunden infizieren können. Auch auf andere Personen übertragen sich die Bakterien rasch, wenn sie das „verseuchte“ Handy in die Hand nehmen.

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