Mutti eins auswischen


… das anscheinend wollte Philipp Rösler, indem er die FDP frühzeitig auf Joachim Gauck als Kandidaten für das Präsidentenamt einschwor.

Allzu lange hatte Rösler in der Koalition keine Akzente setzen können obwohl er doch vollmundig versprochen hatte, „zu liefern“. Jetzt jedoch war die Gelegenheit günstig, einmal, ein einziges Mal, die Kanzlerin und die CDU vorzuführen.

Dass Gauck für die Kanzlerin als Kandidat nicht in Frage kam war allzu klar. Als die FDP sich nun gerade auf Joachin Gauck versteift hatte, blieb der Kanzlerin nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sie hatte sich früh dafür ausgesprochen einen Kandidaten zu küren, der von einer „Super-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen getragen werden könne. Nach dem Vorpreschen der FDP hatte sie jedoch nur noch die Möglichkeit einen Kandidaten der Regierungskoalition zu benennen und somit SPD und Grüne auszubooten, ihr Vorhaben des breiten Konsenses also aufzugeben, oder den ungeliebten Gauck zu akzeptieren, Alles andere hätte zum Bruch der Regierungskoalition geführt. Dieses Debakel hätte sie sich in der jetzigen Situation aber als allerletztes leisten können.

Wir wissen, wie es gekommen ist. Merkel hat sich für die Pest entschieden und Gauck akzeptiert.

Auch wenn es niemanden schert:

Es ist in den letzten Monaten sehr viel davon gesprochen worden, dass das Amt des Bundespräsidenten geschädigt worden sei. In den letzten Tagen wurde viel davon geredet, man müsse die Würde des Amtes wiederherstellen. Aber wenn das Ego eines Politikers gestreichelt werden will, ist die Würde des Amtes nicht mal das Schwarze unterm Nagel wert.

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3 Gedanken zu „Mutti eins auswischen

  1. So ist es wohl: Die 3%-Partei hat Miss Mörkl vorgeführt und damit ihr Mütchen gekühlt.

    Der letzte Satz des Artikels trifft es auf den Kopf. Nur gut, dass es so viele wichtigere Themen gibt.

  2. Es wäre für alle besser das antiquierte Amt des Bundespräsidenten abzuschaffen. Dann bräuchten wir uns ein unwürdiges Schauspiel weniger anzusehen.

    • Ich halte das Amt des Bundespräsidenten nicht für antiquiert oder entbehrlich. Im Grunde ist eine moralische Instanz, die vom politischen Tagesgeschäft befreit ist, als Staatsoberhaupt keine schlechte Idee. Man muss eben nur die richtigen Leute dafür haben. Jedoch ist das, was uns die Parteien beim Mauscheln um diesen Posten bieten, mehr als unwürdig und dem Amt abträglich. Es wurde noch schlimmer dadurch, dass die beiden letzten Präsidenten sich nicht mit Ruhm bekleckert hatten.

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