Wenn ein Nebenjob zur Straftat wird


Was als Masche der Internetbetrüger daherkommt, die einen selbst nie betreffen könnte, erweist sich als Realität, die einem schneller begegnet, als einem lieb sein kann. In der „Servicezeit“ des WDR wird ein solcher Fall geschildert. Hatte sich der Betroffene anscheinend noch selbst um einen Nebenjob bemüht, so ist mir selbst heute ein solches „Stellenangebot“ per E-Mail zugeschickt worden.

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Das hört sich alles ziemlich verlockend an. „Eine schnell entwickelnde und schnell wachsende Firma-Versandunternehmengruppe aus den USA, die sich dem Annahmen, Wiederverpacken und Wiederversenden von Post-Korrespondenz weltweit widmet, und die als eine der führenden Firmen auf dem Gebiet Zustelldienst gilt, stellt neue Mitarbeiter ein.“ Hört sich (wenn man die Fehler in der Rechtschreibung nicht beachtet) doch schon mal gut an. Und die bieten mir einen Job an. Super. Laut Angebot soll man Warenpakete entgegennehmen, ihren Inhalt auf Vollständigkeit kontrollieren und sie dann weiter schicken. Ist doch kein Problem. Dafür wird damit geworben, dass die „Mitarbeiter“ der „Firma“ bis zu 2000 Euro nebenbei verdienen. Wer da nicht mit einem gesunden Misstrauen an die Sache herangeht, tappt schnell in die Falle.

Tatsächlich läuft die Masche nämlich so: Die Täter bieten Jobs als Versandassistent an. Sie bestellen dann hochpreisige Waren bei Onlineshops, und zwar mit gefälschten Kreditkarten. Als Lieferadresse geben sie die Kontaktdaten des Versandassistenten an. Dieser schickt die Waren weiter ins Ausland, zum Beispiel nach England oder Litauen. Dort nehmen die Täter die Ware in Empfang und verkaufen sie zu einem nur etwas niedrigeren Preis weiter. Die Preisgestaltung hat einen guten Grund denn die Ware ist für den Endabnehmer, der sie von den Tätern erwirbt, dann nicht unbedingt als Hehlerware erkennbar.

Der vermeintlich lukrative Nebenjob könnte aber den, der ihn annimmt, in den Ruin treiben. Ihn erwarten Schadensersatzforderungen in Höhe des entstanden Schadens und darüber hinaus kommt ein Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zum Betrug in Frage. Hier droht eine hohe Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Ich bewerbe mich natürlich nicht bei dieser „Firma“. Ich habe den Empfang der Mail der Polizei gemeldet.

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Ein Gedanke zu „Wenn ein Nebenjob zur Straftat wird

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