BILD – geschenkt zu teuer


Anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens plant die BILD eine gigantische Werbeaktion. Unter dem Motto „BILD für alle“ sollen Haushalte in Deutschland am Samstag, den 23. Juni 2012 einmalig eine kostenlose Sonderausgabe der BILD geschenkt bekommen.

Die Zeitung soll an alle 41 Millionen Haushalte in Deutschland verteilt werden. Dabei wird auch der beliebte Aufkleber „Keine Werbung“ am Briefkasten nichts nützen.

Wer die BILD-“Zeitung“, wie ich, nicht einmal geschenkt haben möchte, sollte dies dem Verlag ausdrücklich mitteilen und die unerwünschte Zustellung der Zeitung untersagen. Im Falle der Nichtbeachtung kann eine Abmahnung erfolgen, da die untersagte Zustellung des Blattes eine Rechtsverletzung begründen dürfte.

RA Andreas Schwartmann hat ein Musteranschreiben an den Axel Springer Verlag vorbereitet, das ausdrücklich verwendet werden darf.

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8 Gedanken zu „BILD – geschenkt zu teuer

  1. Hallo bravo56,

    danke für diesen kleinen interessanten Artikel. Diese Aktion ist doch sehr bezeichnet für die Bild-Zeitung und zeigt ihr Anspruchsdenken.

    Auch wenn ich keine so starke Abneigung gegen die Bild wie du verspüre, finde ich die Aktion doch sehr übertrieben.

    Auch wenn es uns kritischen Geistern nicht gefällt, was die Bild verzapft, sie ist ein Spiegel einer (Teil)Gesellschaft. Sie spiegelt uns ein „Mittelmaß“ der Schlechtigkeiten wieder für die sich Leser interessieren, Vorurteile, einfache Weltbilder, Kurzweiligkeiten. „Mittelmaß“ deshalb, weil so viele Leute Bild konsumieren, dass sie die größte Gruppe der Zeitungsleser darstellen. Die Leser selbst würden sich sicher auch in der „Mitte“ verorten. Das macht Bild und Sarrazin so interessant. Sie ziehen Menschen an, die sich als Stütze der Gesellschaft sehen, deshalb definieren einen kleinen Wahrheitsanspruch nach dem Motto „wir sind die kleinen Leute, wir erhalten die Gesellschaft aufrecht, wir wissen was gut für sie ist“.

    Die Bild ist mehr als eine Zeitung. Sie ist ein gesellschaftliches Phänomen. Sie Sie zieht ihre Macht aus der Bestätigung derer Vorurteile, die in der (Teil)Gesellschaft bereits existieren.

    Für Soziologen und Politologen ist eine gute Quelle um Vorurteile einer (Teil)Gesellschaft ggü. einzelner Gruppen bzw. politischen Parteien herauszufiltern. Natürlich wird sie nicht als wissenschaftliche Quelle genutzt, wenn ich wissen will wie einige Menschen ticken, lohnt ein Blick in die Bild. Sie gibt zu mindestens Anzeichen was man genauer erforschen sollte.

    Sie gibt uns also durch „schlechte“ Argumente „gute“ Argumente in die Hand um die Gesellschaft friedlicher und lebenswerter zu machen.

    Gruß, David

    • Hallo David,
      du bezeichnest die BILD als „Spiegel einer (Teil)Gesellschaft“. Das ist eindeutig zu passiv. Die BILD ist – vielleicht mehr als jede andere Zeitung – aktiv als Meinungsbildnerin tätig. Sie versteht es meisterhaft – im schlechtesten Sinne – in Kampagnen die Meinung der Leser zu lenken. Bestens zu beobachten im letzten Jahr die Kampagnen gegen die „Pleite-Griechen“ und gegen Christian Wulff.
      Dabei sind die Methoden der BILD gar nicht zimperlich, im Gegenteil, sie sind perfide bis abscheulich.
      Ja, man soll merken, dass ich dieses Blatt nicht mag.
      Gruß, bravo

      • Moin Bravo,

        mal abgsehen davon, das ich Dich unter meinen „Lieblinx“ verlinken werde…mal ne Frage:

        Kann ich das Bildchen „Wir sagen NEIN zur BILD“ auf meinem Blog stellen?

        😉

        Danke für eine Info… und … weiter so …

  2. Hallo bravo56,

    ja, du hast Recht, ich hab passiv argumentiert. Ich hab das bewusst getan und aktive Seite ignoriert. Es gibt diese natürlich. Warum geben die Leute der Bild diese Macht? Weil sie (wie wir alle manchmal) bequem sind. Große, einfache Schlagzeilen, Vorurteile, Selbstbestätigung der Meinung vieler Leser. Diese Zeitung ist der aktive Gegenpart zur passiven (Teil)Gesellschaft. Auch die Politik ist der aktive Gegenpart zur passiven (Teil)Gesellschaft. Deshalb begeben sich Politik und Bild in Kooperation, sie wollen Synergien nutzen.

    Auch wenn die Bild aktiv ist, muss sie dem Volk aufs „Maul schauen“ Das ist meiner Meinung sogar wichtiger, als die „Aktivität“ an sich. Nur wenn ich weiß, was die Leute denken, welche Vorurteile sie haben, was sie interessiert, kann ich sie beeinflussen.

    Auch wenn die Bild gewisse Trends setzt, so schlummert bei den Leuten bereits ein Keim. Alles was die Bild dann tut, sie lenkt Nährlösung auf den Keim und lässt so Unkraut sprießen. Wo aber kein Keim vorhanden ist wird auch noch so viel Nährlösung nichts bringen. Die Bild kann Meinungen nur lenken, weil sie weiß, in welche Richtung diese überhaupt lenkbar ist.

    Bild ist nur ein Brandbeschleuniger für ein kokelndes Lagerfeuer. Das Lagerfeuer wurde angezündet, als es wahrscheinlich noch keine Schrift gab. Es lodert ganz tief im Menschen selbst und wartet nur auf neue Nahrung.

    (Mein Rhetorikkurs hat scheinbar seine Wirkung nicht verfehlt, bei so vielen Metaphern 🙂

    Gruß, David

  3. Pingback: bla « dmhdf – das Blog der Mittelmäßigkeit

  4. Pingback: Medien jenseits von BILD « quantenlog

  5. @ollie
    Danke für Deinen Zuspruch. Das Bild kannst Du gerne übernehmen. Ich habe das Bild selbst von kopperschlaeger.net kopiert. Die Nutzung ist ausdrücklich erlaubt.

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