Irrsinn in Bloggersheim


Wenn man anfängt, sich in einer Blog-Community (z.B. WordPress aber auch Blog.de oder andere) umszuschauen, dann kann einem schon bald ganz übel werden. Was man da unter „zuletzt gepostet“, oder wie das bei den jeweiligen Communities auch immer heißen mag, angeboten bekommt, ist oft genug ein Sammelsurium der Grausamkeiten.

Wenn Lieschen Müller täglich bloggt, was auf den Tisch des Hauses kommt, oder in welcher Farbe sie Ihre Zehennägel diesmal lackiert hat, ist das harmlos aber vielleicht reinigt es ja Lieschen Müllers Seele.

Schlimmer finde ich da schon die Leute, die immer nur Videos posten oder ganze Artikel aus anderen Medien. Copy and paste ohne auch nur den Hauch eines eigenen Gedankens dazu zu geben. Warum sind die Leute nicht bei Facebook geblieben? Müssen die denn unbedingt Platz im Internet verschwenden?

Bei diesen Copy-and-Paste-Blogs gibt es aber auch noch Steigerungsmöglichkeiten. Zum Beispiel Seiten, die neuesten UFO-Sichtungen und Alien-Begegnungen aus Youtube in Ihr eigenes Blog einbetten. Diese Leute leben in ihrer eigenen Welt und freuen sich auf die bevorstehende Rettung der Erde durch Aliens. Sie haben eben ihre Ersatzreligion gefunden. Der eine glaubt an Gott, der andere an UFOs. Beides nicht sehr plausibel.

Die Pest in den Bloggemeinden sind aber die Verschwörungstheoretiker und die rechte, nationalistische Mischpoke. Wobei sich diese Gruppen nicht scharf abgrenzen lassen. Sie verbreiten in einer Geschwindigkeit und Penetranz ihren Unsinn oder ihre menschenverachtende Propaganda, dass es einem übel wird. Das schlimme daran ist, dass man keine Diskussion mit denen hin bekommt. Wenn man es überhaupt mal versucht, wird man sofort beleidigt. Argumente kennen sie nur, wenn sie für ihre verschrobene Weltsicht stehen (auch wenn sie an den Haaren herangezogen werden müssen).

Es ist mir ein Graus, mit meinem Blog in solcher Gesellschaft zu sein.

Aber es gibt sie noch, die Leute, die eigene Gedanken manchmal sogar in schöne Sätze gießen und diese uns in ihren Blogs anbieten. Dafür liebe ich Bloggersheim.

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7 Gedanken zu „Irrsinn in Bloggersheim

  1. Hallo bravo56,

    Erstmal wünsche ich dir einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich kann deinen Blogeintrag nicht ganz nachvollziehen. Klar bloggen Leute über Sachen, die Einen nicht interessieren, sie bloggen Videos oder Schwachsinn. So what?

    Die Gesellschaft (und Bloggersheim) sind nicht für uns da! Wir Wir bilden sie ab. Ich strebe einen Uni-Abschluss an. Sind meine akademisch und politisch gefärbten Blogartikel so viel wert, als dass ich mir die Aussage erlauben könnte, was gut und was schlecht sei?

    Ich mag diese Attitüde nicht:“ Die Anderen sind doof, mit dehnen will ich nichts zu tun haben.“ Vielleicht sind meine Sachen gar nicht so qualitativ hochwertig wie ich glaube? Was bringt mir der Vergleich mit Anderen?

    Ich blogge für mich und die interessierten Leser. Ich lese und kommentiere interessante Artikel. Sollen die Leute machen, was sie für richtig halten. Solange es im Rahmen von Gesetz und (grundlegendem) Anstand ist, sehe ich kein Problem.

    Auch ich versuche für das Thema Nazis zu sensibilisieren. -> http://dmhdf.wordpress.com/2011/12/30/die-npd-und-flattr/

    Anstatt zu sagen, es ist grausam wenn Nazis bloggen, sage ich, ich will mithelfen aufzuzeigen, dass sie es tun. Wie gesagt, ich bilde die Gesellschaft mit ab. Wenn mich stört, was die Umwelt macht, wirke ich auf sie ein, so dass sie (mich) nicht mehr stört.

    Gruß, David

  2. Wenn es so rüberkommt, dass ich mich über andere Blogger erheben wollte, so habe ich das wohl falsch formuliert. Ich wollte einfach darstellen, wie ich die Blogs, denen ich begegne und die ich mehr oder weniger lese, für mich persönlich kategorisiere und schätze. Andere Leute mögen da durchaus zu anderen Einschätzungen kommen. Das ist ja auch gut so.
    Ich gestehe fast jedem zu, seine persönlichen Ansichten ins Netz zu stellen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Dieses „fast“ im vorherigen Satz habe ich mit Bedacht gesetzt und ich gehe so weit zu sagen, dass ich nicht erst da eine Grenze sehe, wo Gesetze verletzt werden. Ich sehe die Grenze da, wo durch Äußerungen der Boden für den Hass auf eine Bevölkerungsgruppe bereitet wird. So gerne sich diejenigen, die (besonders am rechten Rand) abwertend über bestimmte Bevölkerungsgruppen herziehen, als harmlos und von der Meinungsfreiheit gedeckt darstellen, solange sie sich auf den gesunden Menschenverstand und auf ein „gesundes Volksempfinden“ berufen, solange werde ich sagen, diese Leute haben kein Recht, die Gesellschaft zu vergiften und Hass zu schüren. Da bin ich auch bereit mich im Rahmen von Kommentaren oder anders eine Diskussion anzuzetteln. Aber wie ich schon in dem Beitrag sagte, diese Leute lassen nicht nicht sich diskutieren. So ist zumindest meine bisherige Erfahrung.
    Was ich jedoch auch beklage ist, dass sie auf den Community-Seiten eine scheinbare Meinungsführerschaft erringen. Alleine dadurch, dass sie täglich in vielen Blogs Beiträge reproduzieren und gegenseitig auf sich verlinken, so dass manche rechtslastige Blogs ein sehr hohes Ranking erhalten.

    • Hallo bravo56,

      ich habe dich wohl falsch verstanden, nun weiß ich worauf du hinaus willst. Menschenverachtende Ideologien sind immer schlecht für Gesellschaften. Es ist aber genauso schlecht, so zu tun als ob man dieses Gedanken durch Exklusion ignorieren könnten. Auch ẃenn man nicht mit (vielen) Vertretern mit extremistischen Gedankengut diskutieren kann, wir würden uns auf eine Stufe mit ihnen stellen wenn wir sie ignorierten.

      Es kommt eben darauf an, wie wir mit diesen Menschen umgehen. Ideologien werden nicht durch (denk)verbote bekämpft sondern mit deren Auseinandersetzung. Wenn sich Betroffene nicht damit auseinandersetzen wollen, wird es schwierig, dass gebe ich zu. Wir müssen uns mehr mit dem Nährboden extremistischer Ideologien beschäftigen. Das was du beschreibst ist die Oberfläche eines tief sitzenden Problems.

      Mir wird einfach zu stark nach Zensur gerufen. Hat sie ihre eigentlichen Ziele jemals erreicht?

      Gruß, David Marien

  3. Wenn ich sage, ich will solche Blogs nicht mehr sehen, dann meine ich nicht, dass sie von irgendwem gesperrt werden sollten. Ich meine damit, dass diese menschenverachtende Gesinnung verschwindet. Die Leute sollen lernen, dass es keinen Sinn macht, sich für etwas besseres zu halten und andere Hautfarben, Religionen oder Weltanschauungen für minderwertig.

  4. Hallo Bravo56,

    dein Ansatz ist sehr löblich. Die Leute sollen es nicht nur lernen, wir sollten es Ihnen als Gesellschaft beibringen. In Ansätzen sind die von dir geschilderten Dinge in der breiten Gesellschaft verankert. Es geht also nicht nur um „die“ sondern auch um „uns“ im weitesten Sinne.

    Aber ich schätze mit „Leute“ meinst die Gesellschaft, oder? (Ich sortiere heute aber wieder Korinthen, nichts für Ungut 🙂

  5. Da die Vorbehalte gegen „die Ausländer“, „die Moslems“ und wen auch sonst immer, tief in unserer Gesellschaft verankert sind, ist es sicher ein Großteil der Gesellschaft, der neu lernen muss.
    Das Erbsenzählen beherrsche ich auch des öfteren ganz gut, deshalb kann ich Dir das auch gut nachsehen.

  6. Hallo bravo56,

    da du schon eine Ähnlichkeit zwischen unser beider Blogartikel erkannt hast, brauche ich wohl nicht zu sagen, dass ich dich gut verstehen kann.
    Es ist tatsächlich ein Graus, wenn man sich manchmal in der Bloggemeinschaft umsieht, doch, wie dieser Blog hier zeigt, gibt es tatsächlich auch Blogs mit eigenen Gedanken in schöner Form.

    Beste Grüße

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